You – Du wirst mich lieben. Top oder Flop?

Es gibt kaum eine Serie derzeit, die so diskutiert wird, wie You – Du wirst mich lieben. Die einen lieben die Serie, die anderen hassen sie. Doch worum geht es eigentlich? Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Caroline Kepnes und lief bereits im Spätsommer letzten Jahres im US-Fernsehen und ist seit Dezember 2018 weltweit auf Netflix verfügbar.

In 10 Folgen geht es um Joe Goldberg (gespielt von Penn Badgley) , Geschäftsführer des kleinen aber feinen Buchhandel Mooney‘s in New York, der sich in seine Kundin Guinevere Beck (gespielt von Elizabeth Lail), eine Literaturstudentin und angehende Autorin, verliebt. Allerdings bleibt es nicht bei einem harmlosen Flirt, denn Joe ist von der ersten Sekunde an besessen von der jungen Frau. Ihr freizügiges Leben in den Social Media Kanälen macht es ihm leicht sie intensiv kennenzulernen und zu stalken. Durch geplante Zufälle laufen sich die beiden immer wieder über den Weg und auch Beck hat immer mehr Interesse an dem Buchhändler. Joes Besessenheit nimmt allerdings immer mehr zu, weshalb er sich immer sicherer wird, dass Becks Freunde ihm im Weg sind und eine Gefahr für die Beziehung darstellen. So entwickelt Joe zunehmend krankhafte Pläne, um diese Leute los zu werden. Doch auch Beck ist kein naives Mädchen, dass beschützt werden muss. Sie ist verdorbener, als man zunächst denkt und ist eine wirklich ehrgeizige junge Frau, die weiß was sie will. Sie ist vielleicht ein bisschen naiv und gutgläubig, aber will auch gerne im Mittelpunkt stehen. Ihre Social Media Accounts sind ein Teil von ihr, mit dem sie ein bestimmtes Image von sich präsentiert.

Der Erzählstil der Serie ist ungewöhnlich, denn die Narrator-Rolle nimmt in diesem Fall Joe selbst ein. Er erklärt seine Gedanken und Handlungen teilweise sehr genau, was abwechselnd zu völligem Verständnis, aber auch zur absoluten Abscheu führt. Die Zuschauer empfinden diese Erzählungen oft als nervig. Für mich hingegen war es positiv, denn dadurch konnte man teilweise Zusammenhänge besser nachvollziehen und stempelte Joe nicht gleich als perversen Psycho ab. Vorallem wenn man Joes Nebenstory mehr Beachtung schenkt. Er kümmert sich rührend und liebevoll um einen Nachbarsjungen, dessen Stiefvater ein saufender Schläger ist, der Mutter und Sohn psychisch und physisch schadet. Bei Beck hingegen hatte ich eine gegensätzliche Empfindung. Sie wirkte anfangs so lieb, loyal, ehrgeizig und freundlich. Doch nach und nach wirkte sie auf mich ziemlich kaputt. Ein kleines Prinzesschen, dass nun mit dem realen Leben überfordert war. Eine junge Frau, dir es gewohnt war an ihre Ziele zu gelangen, notfalls auch über den schmutzigen Weg. Eine Person, die Aufmerksamkeit brauchte und suchte, die einfach zur Oberliga gehören wollte, obwohl sie nirgendwo so richtig rein passte. Beck hat ein kaputtes Leben und teilweise auch einen kaputten Charakter, den sie aber innerlich versteckt, während sie nach außen hin eine gut inszinierte Rolle spielt.

Ich brauchte acht Folgen um für mich zu entscheiden wer letztendlich der wahre Psycho ist. Während die ersten acht Folgen ziemlich vorhersehbar waren und man sich das Ende schon detailiert vorstellte, überschlugen sich die Ereignisse in den letzten beiden Folgen und gingen in ganz andere, unerwartete Richtungen. Das erzeugte Tempo, Spannung und vorallem Überraschungen.

Ich fand Staffel 1 von You – du wirst mich lieben richtig gut und freue mich schon auf Staffel 2. Von mir ein dickes Daumen hoch.

Bis dahin… eure JesssseJ

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